Achtsamkeit

Worum geht es hier?

Ein achtsames, gutes Leben. Wortlaute wie diese sind wahrscheinlich auch schon dir über den Weg gelaufen. Aber was soll das eigentlich bedeuten? Zwar glaube ich, dass es eine sehr persönliche Definition ist, doch diese ist wohl nie in Stein gemeißelt. 

Für mich bedeutet es, aufmerksam durchs Leben zu gehen und ebenso aufmerksam meine Gedanken und Gefühle und meinen Körper zu achten. Spiritualität spielt bei mir persönlich auch eine Rolle, mal die Haupt-, mal bloß eine Nebenrolle. Und auch hier denke ich, ist das eine ganz persönliche Definitionssache.

Es gibt nicht den einen Weg zur Erkenntnis oder allgegenwärtigen Achtsamkeit. Es gibt 1000 Wege, viele davon im Internet zu finden. Man kann sich in den Ideen anderer verlieren, man kann aber auch den einen Funken Inspiration finden, den man gesucht hat. Deshalb teile ich hier einmal, was all das für mich bedeutet und meine Erfahrungen, Erkenntnisse und Ideen, die ich in meinem (zugegeben - noch recht kurzem) Leben sammeln durfte. 

Image by Aarón Blanco Tejedor
Bewusstsein

"Bewusstsein (...) ist im weitesten Sinne das Erleben mentaler Zustände und Prozesse. Eine allgemein gültige Definition des Begriffes ist aufgrund seines unterschiedlichen Gebrauchs mit verschiedenen Bedeutungen schwer möglich..." - das sagt Wikipedia zum Thema Bewusstsein.

Vielleicht kann man "Bewusstsein" als präsent im Moment leben beschreiben. Der Wortinhalt bewusst und sein sagt doch jedenfalls aus, dass man das Dasein eben ganz bewusst erlebt.

Wie auch immer man Bewusstsein nun definieren mag, was auch immer es nun genau umfasst, ich finde es wichtig, dass wir unser Leben bewusst und mit unserem Bewusstsein gestalten. Bewusst den Moment wahrnehmen, sowie bewusst Pausen im Alltag zu machen, der doch so oft hektisch und vollgestopft mit allerlei Dingen ist.

Einfach mal durchatmen. 

Ich glaube, wir nehmen uns selbst und unser Bewusstsein ganz oft gar nicht mehr wahr, weil wir so sehr im Außen beschäftigt und unterwegs sind, zehn Dinge auf einmal tun und uns permanent mit irgendetwas ablenken. Wir haben den Bezug zu unserer inneren Welt verloren, verlernt, auf uns selbst Acht zu geben. Wir stellen die Arbeit, Familie und Freunde, Aktivitäten, Projekte, Ablenkungen und alles andere vor uns selbst. 

Sich Zeit für sich, für Entspannung und zur Innenschau zu nehmen, kann ganz unterschiedlich aussehen. Vielleicht in Form von Meditation, Kreativität, Musik, einem heißen Bad oder Nichtstun - Hauptsache es fühlt sich gut an. 

Wenn wir uns diese Zeit so oft es geht nehmen, dann hat das Auswirkungen auf unsere Gedanken und Handlungen. Es kann uns helfen, gelassener und zufriedener zu sein und das Leben mehr zu genießen. Und, auch wenn es cheesy klingt, ich glaube, die positiven Schwingungen, die wir dadurch aussenden, kommen nicht nur zu uns zurück, sondern können auch etwas in anderen bewegen.

 
Closeup of Half Moon Yoga Pose_edited.jp
Körper

Unser Körper trägt uns durch unser Leben. Jeden Tag, 24/7, 365 Tage im Jahr. Er ist ein Wunder, tut alles dafür, um uns am Leben und gesund zu halten. Er funktioniert - einfach so, ohne dass wir unser Herz darum bitten müssen zu schlagen oder unsere Lungen auffordern müssen zu atmen.

Doch unser Körper kann eben nur so gut funktionieren, wie wir mit ihm umgehen. Dabei spielt natürlich die Ernährung eine Rolle. Das, was wir ihm geben, gibt er uns zurück. 

Außerdem braucht unser Körper Bewegung und frische Luft, er ist nicht dafür gemacht, den ganzen Tag mit krummen Rücken am Schreibtisch zu hocken. Ich finde, wir sollten uns trotzdem nicht zu knallharten Workouts, die uns immer wieder an unsere Grenzen pushen, zwingen, wenn es uns nicht einmal Spaß macht. Bewegung sollte Freude und nicht zu hart für uns sein.

Ob Yoga, Pilates oder Qi Gong, Tanzen, Laufen oder Radfahren - Hauptsache es fühlt sich gut an. 

Ich finde es außerdem elementar wichtig, dass wir unseren Körper liebevoll behandeln. Ihn akzeptieren und lieben lernen, auch wenn das manchmal ein langer und auch schmerzhafter Prozess sein kann. Gerade weiblich gelesene Personen wird seit Jahrzehnten erzählt, wie sie auszusehen haben, was an ihnen alles nicht stimmt und was sie noch alles machen müssen, um perfekt zu sein. Dabei leben wir in einem atmendem Wunder, wir müssen nicht mehr machen, als dankbar dafür zu sein - alles andere ist Bullshit. Der Fokus liegt so sehr auf der äußeren Hülle, jeder kleine Pickel wird kritisch betrachtet und mies geredet, dabei tut unser Körper einfach nur, was er immer macht: funktionieren. Für uns.  

 
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Natur

Unser Leben spielt sich oft in Städten, zwischen Häusern und Asphalt, in Büros und den eigenen vier Wänden ab. In der Freizeit liegen wir auf dem Sofa, gehen zum Sport oder tingeln durch Restaurants und Bars. Es ist laut, hektisch, stickig, niemals still.

Achtung, jetzt wird es spirituell / esoterisch!

Ich glaube, die Natur tut uns nicht nur gut, weil sie uns entspannt. Es ist erwiesen, dass 20 Minuten Waldspaziergang - oder Waldbaden, wie man das ganz neumodisch nennt - den Geist entspannen und ruhiger werden lassen. Natur hilft uns also, von all der Hektik herunterzukommen.

Für mich tut die Natur aber noch mehr. Sie erdet mich, erinnert mich an meine Wurzeln, daran, dass ich nur ein kleiner Teil von etwas ganz Großem bin.

Wenn wir uns regelmäßig mit der Natur - unserer Erde - verbinden, dann glaube ich, werden wir nicht nur ruhig und still, sondern auch demütig. Demütig gegenüber einer Welt, die vom kleinsten Mikroorganismus bis zum größten Gebirge so viel mehr beinhaltet, als wir uns vorstellen können. Demütig gegenüber eines Planeten, der unsere Heimat ist und den wir als Menschheit zugrunde richten. 

Wenn wir uns regelmäßig mit der Natur verbinden, dann glaube ich, finden wir zurück zu unseren Wurzeln und unserer Empathie für alle Lebewesen und Pflanzen, uns selbst eingeschlossen. 

 
 
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Dankbarkeit

Wir Menschen sind schon aus evolutionsbedingten Gründen darauf gepolt, Negatives mehr im Kopf zu behalten. Na klar, wenn jedes Rascheln eine Gefahr mit sich bringen kann, dann sollte man das wohl auch tun. Nun ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir auf der Straße von einem Säbelzahntiger angefallen werden, wohl eher werden wir von einem wütenden Autofahrer angehupt. Und dann geht das Pöbeln und Meckern los.

Wir beschweren uns oft und über so ziemlich alles. Das Wetter ist nicht gut genug, und wenn doch, dann ist es ja schon zu gut! ... Hä?!

Wir lästern über Kollegen und sind genervt von Kunden, die Warteschlange ist zu lang und der Verkehr... Naja den hatten wir schon. Alles ist negativ. 

Was wir übersehen ist die eine Stunde blauer Himmel an einem verregneten Tag, die angenehme Kühle im Schatten eines Baumes am heißesten Tag im Jahr. Dass der Kollege uns einen Kaffee mitgebracht hat, die nette Kundin am Vormittag, die freundliche Bedienung als wir dann endlich an der Reihe waren und den Autofahrer, der uns Vorfahrt gewährt hat ... vergessen wir einfach wieder. 

Wie sollen wir ein glückliches Leben führen, wenn wir ständig damit beschäftigt sind, schlecht gelaunt zu sein und über alles und jede:n zu meckern?!

Natürlich ist es eine Übungssache, den Fokus auf positive Dinge zu shiften - im Idealfall sogar dankbar zu sein! Doch das, worauf wir unseren Fokus richten kommt nun mal zu uns zurück, das ist nicht einmal irgendein Hokuspokus. Man kennt das z.B. davon, wenn man nach einem neuen Auto schaut. Das neue Auto ist ein roter Mini? Überall sieht man plötzlich Minis, sogar in Rot! 

Ich glaube, das Leben mit mehr Optimismus, Dankbarkeit und Positivität anzugehen führt zu mehr Zufriedenheit. Und das bedeutet nicht, dass es nicht auch mal Scheiß-Tage, Wochen oder Jahre geben darf. Aber eine gute Sache am Tag ausfindig zu machen, kann schon Wunder bewirken. 

 

Ressourcen

Links

7 Mind | Headspace | A mindful mess | Mady Morrison

Bücher

Essentialism - Greg McKeown

Das Prinzip Selbstfürsorge - Tatjana Reichhart

Die Kunst des guten Lebens - Rolf Dobelli

Es ist okay - Angela Doe

Muße - Ulrich Schnabel

Unwiderstehlich - Adam Alter